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FRANZ WEIDINGER Verkörperungen
Ausstellung
vom 19. November 2011
bis zum 21. Januar 2012 |
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Die "Menschlein aus dem harten Holz" sind Franz Weidingers künstlerisches Thema. Rissige raue Bretter und grobe mächtige Balken, kettengesägt aus Eiche, Birne und Kirsche erweckt er zu Leben, holt in feinster Schnitztechnik kleine zarte Körper aus dem schützenden Holz. Dann stehen sie und bewegen sich frei und selbstbewusst auf und in ihren bisherigen Behausungen, deren Teil sie immer noch sind; geheimnisvoll und numinos unstet scheinen sie, werden daher auch festgehalten - gebannt in Bronze und und organisch in ihren Ursprung Holz eingefasst. Sie stehen für den Kulturkosmos abendländisch-paganen Denkens, binden antike Baumgottheiten, altrömische Manen und romantische Elfengestalten zur ergreifenden Ahnung einer human-beseelten Natur, die uns hier monumental einfach entgegen tritt. Die letztlich spirituelle Ikonographie von Weidingers Kunst korrespondiert mit einer geradezu rituellen Formfindung: die im massiven Hartholz "versteckte" Gestalt wird im künstlerischen Schaffensprozess frei, es findet gleichsam eine "Enthüllung" statt, das schon vorhandene, aber noch unsichtbare, kultisch erfahrbare Numen offenbart sich. Dies ist nun freilich ein uralter Topos abendländischer Kulturgeschichte, der von den Eleusinischen Mysterien der griechischen Antike über die Flügelaltäre des christlichen Mittelalters bis zur Profanität neuzeitlicher Denkmalsenthüllungen reicht: das Velum wird weggezogen, die Wahrheit kann geschaut werden! |
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